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ROGER WHITTAKER - Die Doppel-DVD und CD Einfach leben - Live

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ROGER WHITTAKER - Die Doppel-DVD und CD Einfach leben - Live

Beitragvon Maik » Sa 13. Okt 2007, 13:09

ROGER WHITTAKER
Die Doppel-DVD und CD "Einfach leben - Live" im Test von Holger Stürenburg! (03.10.2007)


Oder, um ganz genau zu sein...
Die Doppel-DVD trägt den Titel "Einfach leben – Dankeschön für all die Jahre – Live",
die CD indes heißt "Einfach Leben – Live um die Welt"!


Aus Anlass seines 70. Geburtstags 2006, begab sich der in Kenia geborene, in Irland residierende und rund um den Globus zutiefst geschätzte Sänger, Gitarrist und "Pfeifer" Roger Whittaker im Frühjahr diesen Jahres auf eine ausgedehnte Europatournee. Wochenlang stand der sympathische Gentleman-Entertainer Tag für Tag über zwei Stunden auf der Bühne und begeisterte sein mehrheitlich gediegen-bürgerliches Publikum mit unzähligen Hits und Raritäten aus seiner über 40jährigen Karriere.

Rogers Auftritt am 20. März d. J. in Cottbus wurde von Kameras aufgezeichnet und liegt nun seit kurzem als überaus vornehm ausstaffierte Doppel-DVD unter dem Titel "Einfach leben – Dankeschön für all die Jahre – Live" (Ariola/SONY-BMG) vor: Ein klassisches Roger-Whittaker-Konzert, wie seit zig Jahren Usus, qualitativ höchst wertvoll, grandios austariert, feurig und überzeugend dargeboten von einem geradezu unangreifbaren Künstler, der es wie aus dem FF versteht, seine Fans in seinen Bann zu ziehen und zu lautem, nicht enden wollenden Jubel hinzureißen.

Im ersten Teil eines jeden Gastspiels des studierten Zoologen und Meeresbiologen, kommen stets Geheimtips, unbekanntere Lieder und persönliche Favoriten des Stars des Abends zum Einsatz: Dies waren 2007 etwa die heimatorientiert-sehnsuchtsvolle Ballade "Mein Land ist Kenia", der aufmunternde, launemachende, percussionlastige Ethno-Popper "Sawa, Sawa", die gepfiffenen Folkoden "Happy Kenya Boy", "Der Highlandsong" oder "Mexican Whistler", wie gleichsam das düster-aussichtslose Sozialdrama "Shimoni", das sich inhaltlich mit den Sklaven in Rogers Geburtsland zu Zeiten der Kolonisation auseinandersetzt.

Nur ganz, ganz wenige tatsächliche Schlagerhits, wie z.B. "Sieben Jahre, Sieben Meere", "Zurück zur Liebe" oder "Das Lied von Aragon", hatte der edle, gänzlich skandalfrei und familienbezogen lebende Singer/Songwriter für Part-01 seiner aktuellen Show eingeplant.

Dafür aber bot Roger Whittaker, nach einer kleinen Erholungspause, ein konsequentes Hit-Feuerwerk auf, im Rahmen dessen wirklich alle Freunde von "Mr. Schmusebacke" voll auf ihre Kosten kamen. Deutschsprachige Gassenhauer ("Albany", "Eloisa", "Abschied ist ein scharfes Schwert", "Du – Du bist nicht allein, "Laß mich bei Dir sein", "Wir sind jung (Oh, Maria)" etc. u.v.a.), wechselten sich ab mit stillen, in Rogers Muttersprache gehaltenen Folkschleichern ("The Last Farewell", "River Lady") und sogar einer extremst kraftvollen Darbietung des "Anatevka"-Musical-Klassikers "If I were a rich Man", Dank dessen der vielseitig talentierte Vollblutmusiker im Jahr 1967 das "Knokke-Musikfestival" in Belgien für sich und sein britisches Team bravourös hatte entscheiden können.

Das große Finale der 2007er-Konzerte bestand – wie seit 20 Jahren regelmäßig – aus Rogers augenzwinkerndem 1986er-Ohrwurm "Ein bißchen Aroma", der diesmal jedoch, nicht wie sonst, im traditionellen Poparrangement abgehandelt wurde, sondern mittels phonstarker, schneller Boogie-Gitarren zu einem real existierenden Bluesrocker im Sinne von "Status Quo" erwuchs.

Dem hervorragenden Konzertmitschnitt aus Cottbus ist eine zweite DVD beigefügt, auf welcher der Interessierte ein hochgradig spannendes, knapp dreiviertelstündiges Interview mit dem Jubilar zu sehen und zu hören bekommt, wobei Roger Whittaker ausführlich seine kreative Laufbahn Revue passieren läßt; zudem beinhaltet die Bonus-DVD einen nicht weniger faszinierenden Blick hinter die Kulissen, sowie eine Dia- bzw. Photoshow.

Zeitgleich mit der Doppel-DVD, welche die knisternde Stimmung des Konzerts auf genialische Weise ins heimische Wohnzimmer übermittelt, erschien dieser Tage das CD-Album "Einfach leben – Live um die Welt" (Ariola/SONY-BMG). Auf dieser rund 76minütigen Silberscheibe befinden sich insgesamt 22 Titel, die zwischen 1975 und 2007 bei Rogers Auftritten in Kanada (1975), Wien (1979), Hamburg (1989), Kopenhagen (dito), Berlin (2003) und eben Cottbus (2007) mitgeschnitten und nun zu einer schier phänomenalen Live-Kollektion verkoppelt wurden, die eigentlich keinerlei Wünsche offen lässt.

Manche Lieder entstammen der 1989 veröffentlichten Live-Doppel-LP "Die Stimme für Millionen", andere aus der CD "Live in Berlin" (2004), oder waren teilweise – zumindest in unseren Breitengraden - noch nie zuvor im CD-Format erhältlich (Kanada, Wien, Kopenhagen). Überwiegend fanden aber gleichfalls auf o.g. DVD bedachte Cottbusser Aufnahmen Platz auf "Einfach leben – Live um die Welt".

Klar, daß bei der Zusammenstellung von Roger Whittakers Live-Höhepunkten aus 32 Jahren die ganz großen Erfolge, die sein Haus-und-Hof-Komponist Nick Munro nach 1981 für ihn schrieb, und die ein ums andere Mal die deutschen Hitparaden stürmten, keineswegs fehlen dürfen: Ob "Albany", "Eloisa", "Tanz heut Nacht mit mir", "Sieben Jahre – Sieben Meere" – allesamt unverbrüchliche, zeitlose Standards des elitären teutonischen Popschlagers, die im Konzertgewand oft sogar noch an Kraft und Ausdrucksstärke zulegen.

Doch auch Rogers selbstverfaßte, zumeist hochgradig romantisch-verträumte Folkepen aus den 70ern – "River Lady", "I don't believe in If anymore", "Indian Lady", "The Last Farewell" oder "New World in the Morning" - gefallen, ‚live` dargeboten, fast noch mehr, als im Studiogewand.

Trotz eines zweifellos enorm einfältigen Textes, hat sich der niemals auf Single erschienene 1988er-Albumbeitrag "Das Lied von Aragon" im Laufe der Jahre unter Rogers Millionen Fans zu einem wahrhaftigen Kultobjekt entwickelt, so daß er immer wieder aufs Neue ins Konzertrepertoire integriert werden muß – und es daher letztlich pure Pflicht für die Verantwortlichen bei Ariola war, dieses Schmankerl auch und gerade für "Einfach leben – Live um die Welt" zu berücksichtigen.

Hierzulande bislang eher selten zu hören waren vom Protagonisten wohl hauptsächlich in anderen Ecken der Welt zierlich-zärtlich vorgetragene Coverversionen von "Yesterday" ("The Beatles"), "All I have to do is dream" ("Everly Brothers") oder "Dirty old Town" (Ewan MacColl).

Die durchwegs phantastische CD endet – wie jedes Whittaker-Konzert im deutschen Sprachraum seit 1987 – mit... raten Sie doch einmal... – "Ein bißchen Aroma", keine Frage.

Etwas bedauerlich ist jedoch das Faktum, daß in diesem Falle auf die – noch verhältnismäßig "brave" – 2003er-Version aus Berlin zurückgegriffen und nicht die oben beschriebene, gitarrenbetriebene Rock’n’Roll-Fassung dieses so herrlich ironischen, wie höchsteingängigen Juxsongs eingekoppelt wurde, welche auf der Tour 2007 einen ganz neuen, nahezu "hardrockigen" Roger Whittaker an den Tag legte.

Doch dieses minimale Manko ändert weder etwas an der konsequenten Evergreentauglichkeit des entsprechenden Titels, noch ist der Künstler selbst für die Auswahl des 2003er-Mitschnitts verantwortlich, weshalb der Rezensent locker darüber hinwegsieht und – wie fast immer bei Whittaker-Tonträgern –, sowohl der Doppel-DVD, als auch der CD, als Gesamtnote eine glatte "1" zuspricht!


Quelle: Holger Stürenburg, 29./30. September 2007
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