Sein Leben
 
     
 

Die Stimme des Herzens

Roger WhittakerRoger Whittaker gehört zu den absoluten Top-Entertainern unseres Jahrhunderts. Es gibt kaum ein Land auf der ganzen Welt, in dem Roger Whittaker nicht Tausende von Menschen zu seinen Fans zählen kann. Seit den 70er Jahren belegt er mit beneidenswerter Regelmäßigkeit die Hitparaden. Seine zahlreichen Fans halten ihm seit mehr als 30 Jahren die Treue und feiern ihn begeistert in ausverkauften Konzerthallen als ihr Idol.Zahlreiche Auszeichnungen mit Platin-, Gold- und Silber-Schallplatten wurden ihm bisher verliehen und die stolze Zahl von über 55 Millionen verkauften Alben weltweit belegt eindrucksvoll, dass Roger Whittaker mit seinen beeindruckenden Songs und seiner einschmeichelnden Stimme zu den beliebtesten Bühnenstars überhaupt zählt. Umso erstaunlicher ist es, dass dieser Weltstar so natürlich geblieben ist. Darin liegt sein Geheimnis seines Erfolgs. Doch dieser Erfolg wurde ihm keineswegs in die Wiege gelegt : Harte Arbeit, jahrelange Entbehrungen und die große private Opferbereitschaft waren Tribut für diesen Erfolg. Aber es hat sich gelohnt. Doch wie begann die Karriere des Menschen Roger Whittaker...

Ein Kenianer mit britischem Pass

Roger / Mutter / Schwester BettyHaben auch Sie sich schon oft gefragt, was Roger Whittaker mit dem afrikanischen Land Kenia verbindet? Nun, dort wurde er geboren! Im Jahre 1928 siedelten seine Eltern, die aus Staffordshire in England stammten, nach Kenia um. Rogers Vater litt an den Folgen eines Motorradunfalls, der nicht so recht heilen wollte. Das schlechte Wetter in England setzte ihm zu, das sonnige, afrikanische Kenia versprach Besserung. Die Familie übersiedelte nach Kenia, und so wurde der kleine Roger am 22. März 1936 dort geboren.
Musik lag der Familie Whittaker bereits seit Generationen im Blut. Der Großvater engagierte sich als Sänger in Clubs, der Vater, ein Kaufmann spielte Violine. Kein Wunder also, dass Roger Whittaker schon von klein auf von verschiedenartigster Musik geprägt wurde. Auf der einen Seite hörte er täglich die angloamerikanischen Lieder aus dem Radio, auf der anderen Seite konnte er sich die heißen, rhythmischen Klängen Afrikas nicht entziehen. Die Afrikanischen Hausangestellten seiner Eltern brachten sie ihm nahe. Und so stehen viele Songs unter dem Einfluss der Eindrücke, die er schon als Kleinkind in sich aufnahm.  

Als er im Alter von vier Jahren zusammen mit seiner Schwester Betty in den Kindergarten kam, fand er dort auch sein erstes Publikum. Wer er selbst sagt, verbrachte er die meiste Zeit damit, der Kindergartengruppe bekannte Songs vorzusingen - jedoch noch ohne Gitarre. Erst einige Jahre später bekam er seine erste Gitarre geschenkt - von einem Kriegsgefangenen: "Meine Schwester und ich hatten uns mit einem italienischem Kriegsgefangenen angefreundet, der uns beiden Musikinstrumente baute. Sie bekam eine Mandoline und ich eine Gitarre. Das war der Anfang meiner Karriere... ich brachte mir das Spielen selbst bei", erzählt Roger. "Mit der Zeit waren wir so gut, dass die ganze Nachbarschaft kam, nur um uns zu hören". 

Auch wenn er seine anderen Schulfächer als reine Nebensache betrachtete - in Musik hatte er grundsätzlich die besten Noten - so arbeitete er die letzten Schuljahre doch sehr fleißig. Er wollte studieren, um Arzt oder Lehrer zu werden. Doch mit dem Schulabschluss brach zunächst eine harte Zeit an. Die folgenden zwei Jahre verbrachte er in Uniform für Kenia.

Studium und Abitur: Ablenkung von der Musik

Auch der Beginn seines Medizinstudiums im Jahre 1956, zu dem er sich nach dem Wehrdienst entschieden hatte, änderte nichts an seinem Interesse für Musik. Er wollte aber so kurz nach der Schule und Wehrdienst nicht schon wieder büffeln, sondern vorerst seine Freiheit genießen: Nach 18 Monaten Studium erklärte er seinen Eltern, dass er nicht länger studieren wollte. Dies war natürlich eine große Enttäuschung für sie. Roger hatte mit Konsequenzen zu rechnen: sein Vater gab ihm zu verstehen, dass er von ihm für ein künftiges Studium keinen Pfennig mehr bekommen würde. 

Schon nach kurzer Zeit sah Roger jedoch ein, dass er einen Abschluss machen musste, um sich beruflich weiter zu kommen. Er schrieb sich also an der Universität ein und nahm zusätzlich einen Job an, um nicht wieder in die Versuchung zu kommen, Musik zu machen. Ideal dafür war die University of Bangor in Wales / England.

Der "richtige" Beruf

Im Jahre 1959 startete Roger in ein neues Kapitel seiner Lebensgeschichte. Um einen "richtigen" Beruf zu erlernen, zog er nach Wales und schrieb sich dort in die Universität für die Fächer Zoologie, Biochemie und Meeresbiologie ein. Den Abschluss machte er mit einem Magister in Naturwissenschaften. Doch damit nicht genug: Er beendete sein Studium mit dem zweitbesten Resultat, das dort je erzielt wurde! So verewigte er sich in den Annalen dieser Universität.

Ein Student singt für den guten Zweck

Doch wie fand er wieder den Anschluss an seine Auftritte? Noch während seiner Studienzeit, kurz vor seinem Abschluss, wurde er gebeten, für eine Wohltätigkeitsveranstaltung ein paar Songs zu schreiben. Das bedeutete unwahrscheinliches Glück für ihn - sollten diese Songs auf Platte und Kassette aufgenommen werden.  

Die Kosten dafür übernahm das Komitee. Die 5000 Platten und Kassetten reichten aus, um die nötigen Kosten einzuspielen., und es blieb sogar noch eine ganze anständige Summe für den gemeinnützigen Zweck. Dieses Erfolgserlebnis beflügelte ihn. So stand also auch der Entschluss fest, mit der Musik weiterzumachen. Die erste Platte konnte man natürlich nicht einen Kassenschlager nennen, was jedoch seine Begeisterung nicht bremsen konnte.  

1960 folgte dann seine zweite LP - und wurde ein Riesenerfolg! Damit legte Roger Whittaker den Grundstein für seine professionelle Laufbahn als einer der größten Entertainer unserer Zeit.

Wissenschaft oder Musik

Roger WhittakerZum einen hatte Roger Whittaker nun einen hervorragenden Abschluss in der Tasche. Zum anderen stand ihm der Weg zu einer großen Musik-Karriere offen. Nun lag es ganz allein an ihm, sich zu entscheiden. Sollte er seiner Neigung folgen und die unsichere Musikerlaufbahn einschlagen? Oder sollte er Dozent an der Universität werden, was ihm finanzielle Sicherheit und gesellschaftliche Anerkennung bieten würde?

Nun, wie Sie wissen, hat er sich für ersteres entschieden und somit auch den guten Rat seines einstigen Professors an der Uni befolgt: "Nütze die Chance, probiere es im Musikgeschäft aus. Und wenn Du es nach zehn Jahren nicht geschafft hast, erfolgreich zu werden, dann komm an die Uni und beginne Dein Lehramt. Ich werde Dir immer einen Platz freihalten." Zehn Jahre später hatte er sich längst im internationalen Showgeschäft etabliert.

 

Natalie - die Frau fürs Leben

Roger & NatalieAuch 1964 sollte für Roger Whittaker ein Schicksalsjahr werden. Als er eine Reise nach London unternahm, um sich dort mit einem Produzenten zu treffen, lernte er die junge hübsche Sekretärin kennen, die in einem Plattenstudios arbeitete. Roger wusste sofort:Ein glückliche FamilieDas war die Frau seines Lebens! Und er erfand immer neue Vorwände um möglichst viel Zeit in diesem Studio zu verbringen. Seine Bemühungen waren nicht umsonst: Am 15. August, nur drei Monate nach ihrem treffen, gab ihm seine zukünftige Frau Natalie das Ja-Wort fürs Leben. Das Glück der jungen Eheleute wurde leider überschattet: Natalie hatte mehrere Fehlgeburten. Dies war für beide der Anlas, Emily und Lauren zu adoptieren. Das Familien- glück war nun perfekt. Und nach einigen Operationen, denen sich Natalie später unterzog, erfuhr dieses Glück eine weitere Krönung - Natalie war schwanger! Und so erfüllte sich der sehnlichste Wunsch der beiden doch noch: Jessica, Guy und Alexander machten miteinander die Familie komplett.

Der Weg nach oben

Auch im Leben von Roger Whittakers lief nicht alles ohne Probleme. Nach seinem ersten Plattenerfolg folgte eine Flaute. Er musste sich von Auftritt zu Auftritt durchschlagen. Geld war knapp und die Gagen reichten immer nur für das Nötigste. Seine Auftritte bei Varieté-Veranstaltungen in britischen Clubs waren aber keine finanziellen Erfolge, aber sie machten ihm dennoch viel Spaß. So wurde der Name Roger Whittaker in ganz England langsam aber sicher ein Begriff. Tourneen folgten durch das ganze Land. Roger war nun immer Gast in diversen Fernsehsendungen. Jetzt konnte ihn nichts mehr aufhalten und mit dem wachsenden Bekanntheitsgrad erholte sich die Familie von ihrem finanziellen Engpässen.

Der "pfeifende Mexikaner"

Roger WhittakerIm Laufe der Zeit schlug Roger Whittaker ganz andere Wege ein: er änderte sein äußeres Erscheinungsbild. Es kamen solidere Kontakte mit etablierten Institutionen wie z.B. der BBC zustande und ein anderes Publikum konnte erreicht werden. So präsentierte er auch auf dem jährlichen stattfindenden Musikfestival in Knokke, Belgien den Titel "If I Were A Rich Man" aus Anatevka und seine Eigenkomposition: den "Mexican Whistler".  

Der Erfolg war berauschend. Der "Mexican Whistler" wurde zum Hit des Tages und Roger bekam den "Press Prize", den "Preis der Presse", als hervorragendster Künstler des Festivals. Tage später wurde der Song in Paris aufgenommen und innerhalb kürzester Zeit platzierte er sich in drei Ländern Europas auf Platz 1 der Hitparaden. Ein Traum ging in Erfüllung: er hatte sich auf dem Kontinent etabliert!

Der Beifall beflügelt

Roger Whittaker Celebration Concert 1993Roger hatte es geschafft! Fernsehangebote in ganz Europa häuften sich. Sein Aufstieg war nicht mehr zu bremsen. Bislang hatte er Konzerte stets zusammen mit anderen Künstlern gegeben. Jetzt gab der Star eigene Konzertabende. Der Beifall bestätigte ihm, dass seine Musik und seine Stimme unvergleichlich waren. Monatelange Tourneen, anfangs Europa später durch die ganze Welt blieben nicht aus.
Im Jahr 1976 konnte er auch den amerikanischen Kontinent für sich erobern und zählt dort bis heute zu den beliebtesten Country-Interpreten. Im gleichen Jahr feierte Roger auch in Deutschland größte Erfolge. Heute gilt er als erfolgreichster deutschsingender Interpret - eine Ehrung, die bislang keinem internationalen Künstler zuteil wurde.

(text von: DAS BESTE 1994)

 
     
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