Tsunami Bericht - März 2005
 
     
   
 

Liebe Freunde,

es ist fast unmöglich, diesen Brief zu schreiben und es ist auch nicht der übliche Plauderton der Familie oder ein Tournee-Bericht. All unsere Gefühle, in schwarz auf weiß scheinen so kalt und nüchtern, bitte seid nicht böse, wenn dieser Bericht nicht so überschwänglich ist wie sonst, aber momentan bin ich nicht in der Lage, so zu schreiben..

Roger und ich trafen an Weihnachten in Bangkok ein. Eve, verbrachte die Feiertage mit unseren guten Freunden, den Heineckes, Skip und Kathleen und Skip`s Bruder Bill, seiner Frau Kathy und ihrem Sohn, Schwiegertochter und deren lebhaften kleinen Kindern, die in Thailand leben und arbeiten. Wir verbrachten einen wundervollen Weihnachtstag, aßen den traditionellen gefüllten Truthahn! Fast so, als wären wir zu Hause, nur dass ich mich dieses Jahr nicht in die Küche stellen musste – nur hinsetzen und genießen!

Nichts hätte uns gewarnt oder uns auf die bevorstehende Katastrophe am folgenden Tag aufmerksam gemacht, den furchtbaren 26. Dezember, dieser wird von diesem Jahr an, in Westeuropa, für immer mit der Zeit der Freude in Verbindung gebracht werden. Für Millionen von Küstenbewohnern, die entlang des Indischen Ozeans leben, bis nach Afrika, werden diesen als Gedenktag bekommen, als ihre Welt Kopf stand.

Völlig überrascht von den Ereignissen, flogen die Heineckes hinunter nach Pattaya, um Geschäfte zu erledigen und unsere Mädchen machten wie immer ihren üblichen Einkaufsbummel, während Roger einen ruhigen Tag verbrachte (glaubt Ihr das), um seine bevorstehende deutsche Show zu überprüfen! Die Ersten, die von der Tragödie erfuhren, waren Kathleen und ich, als wir ins Hotel zurück kamen und Anrufe von überall her kamen. Skip rief an und sagte, dass Bill und Co. direkt zu Bill`s Ferienhotel geflogen seine, weil eine „Flutwelle“ dieses Gebiet erreicht hätte…..mein Bruder aus England, war völlig aufgelöst, weil ich ihm erzählt hatte, wir würden gleich nach den Feiertagen am Meer sein! Die Nachrichten kamen aus allen Ländern rund um den Indischen Ozean, aber genaue Einzelheiten konnte man kaum verstehen da die Verbindung so gestört wurde. Fassungslos und bestürzt, versammelten wir uns, um zu reden und alle Nachrichtensendungen im Fernsehen zu überfliegen, aber das war 24 Stunden bevor das ungeheuere Ausmaß des Tsunami deutlich wurde, Bill verbrachte die folgenden Tage die Rettung zu organisieren und sofortige Hilfe für seine Leute, während wir da saßen und auf Neuigkeiten warteten. Unsere Anwesenheit dort würde nur die chaotische Situation behindert haben. Wir fühlten uns total machtlos und unbrauchbar. Bill konnte nicht darüber reden, was sie gesehen und gehört hatten.

Wir waren uns einig, dass wir unseren geplanten Thailand Besuch fortsetzen würden, zu dem kleinen Inselparadies Koh Samul an der Ostküste von Thailand zu fliegen. Wunderschön, lau, luxuriös und nicht betroffen von den Geschehnissen auf der anderen Seite des Landes. Viele Freunde hatten sich den Touristen aus der ganzen Welt angeschlossen und planten für die bevorstehenden Neujahrsfeiern, aber wie Ihr Euch vorstellen könnt, abgesehen von dem harmlosen Gelächter, Geschrei und Geplapper der kleinen Kinder, versuchten alle Erwachsenen, Besucher und das Personal, die Feiertage schweigend zu verbringen. Mit jeder persönlichen Geschichte, die von den Überlebenden erzählt wurde, versuchte ich mir das schreckliche Leid der Eltern vorzustellen, die ihre Kinder verloren hatten, von Ehemännern und Ehefrauen und immer noch nicht wissen, wo ihre Lieben sind, war jedes Wort ein Schock. Es war unmöglich.

Berichte über Tod und Zerstörung und Rettungsaktionen wurden durch die Unzugänglichkeit der tausend Dörfer an den Küsten des Indischen Ozeans behindert und hinüber bis Indien und Afrika, nur uns führte es weiter.

Unsere Gefühle der Sinnlosigkeit, mit jedem Tag der verging und unsere Wünsche, irgendwie helfen zu können, stürzte uns eine Zeit in tiefe Depressionen, wie die Opfer Rose und Rose, bis ein Freund, Robert Mullis, vorschlug, dass Roger dieses Unglück in Worte und Musik fassen sollte, für einen jungen Thai-Sänger, um der Welt zu erzählen, was gerade geschah und dass dies Geldspenden für den Wiederaufbau einbringen könnte und den Tausenden hilft, die vor den tausend Trümmern ihres Lebens stehen. Auf diese Weise entstand „Two Hundred Thousand Souls“. Leider wissen wir nun, dass dies eine Unterschätzung war und die Zahlen nun 300.000 erreichten. Die wirklichen Zahlen werden nie bekannt.

Mitten in seiner Irland-Tournee entschied sich Roger nach Deutschland zu fliegen und selbst das Lied aufzunehmen, in Englisch und Deutsch und am 21. März wird es in Englisch, Deutsch und in einer Instrumental-Version veröffentlicht. Am Anfang wird es in Deutschland, Schweiz, Österreich veröffentlicht und danach hoffentlich in vielen anderen Ländern. Es wird auch bei Amazon.com erhältlich sein und ein Link dazu wird zur Verfügung stehen, für diejenigen von Euch, die es in keinem Geschäft bekommen.

Als Roger dieses Lied in Irland und Dänemark live aufführte, erhielt er stehenden Beifall! So viele Menschen wollten es an Ort und Stelle kaufen, natürlich braucht man Zeit, es zu produzieren und zu vertreiben, aber nun ist es bald soweit.

BMG International hofft, weltweit die Sendeerlaubnis zu bekommen und es wird überall gespielt, jede gekaufte Aufnahme und jeder Computer-Download bringt Gelder ein, für unseren eigenen bestimmten wohltätigen Zweck, organisiert von Bill Heinecke (Vorstand der Minderjährigen), Minor Tsunami Bergungs-Hilfsfond, gegründet zum Bau der zerstörten Boote, damit die Menschen ihren Fischhandel wieder betreiben können, der so wichtig für die Küstendörfer ist und der Beschaffung von Heimen, Vormunden, Nahrungsmitteln, Kleidung und Ausbildung der verwaisten und verletzten Kinder.

Roger spendet seine ganze Gage und Tantiemen und wir sind nun aktiv auf der Suche nach anderen Künstlern, in anderen Ländern und anderen Sprachen, die dieses Lied singen und sich entscheiden selbst für die zerstörten Dörfer zu spenden. Obwohl viele Regierungen nun ihre Akten geschlossen haben, könnt Ihr eine endlose Liste von Wohltätigkeitsorganisationen finden, welche weiterhin Geldspenden für die gewaltige Aufgabe des Wiederaufbaus suchen, außerhalb Südasiens, es ist damit zu rechnen, dass dies insgesamt 5-10 Jahre dauern kann. Sucht nach Tsunami Charities Worldwide im Internet und Ihr findet Organisationen auf dem ganzen Erdball, aller Religionen und jede gewünschte Information darüber.

Ihr könnt über Eueren Computer, Eueren lokalen Radiosender und den Fernsehsendern erfahren, wie es weiter geht. Wir haben in 120 Ländern Freunde im Web, so können wir wirklich sehen, wie einige Aktionen vorangehen.

Traurig, aber wahr, wenn man bedenkt, wie viel Geld seinen wirklichen Bestimmungsort nicht erreicht, haben wir die Entscheidung getroffen, persönlich mit der Organisation „Hand in Hand“ zu arbeiten! Kathy Heinecke hat es bereits geschafft, einen Vormund für die Kinder zu finden und 5 von 200 Booten die zerstört waren, sind wieder im Einsatz. Kleine Schritte, aber jeder Schritt ist einer vorwärts und eine enorme Hilfe. Sie organisiert eine spezielle Web-Seite, um jeden über die Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten, mit Fotos und Einzelheiten über den Wiederaufbau der Phuket, Mai Kao und Khao Lak Gebiete. Sobald wir die Seitenadresse haben, werde ich ein anderes Pop Up auf Roger`s Begrüßungsseite platzieren.

Wir werden nächsten November zurück gehen, um die Ergebnisse all der Bemühungen zu sehen und die Menschen treffen, mit Kathy, welche zwei Sprachen spricht und als unser Ratgeber die Verhandlung weiter führt.

Beim Kauf der Aufnahme könnt Ihr spenden, aber Ihr könnt auch auf andere Weise Geld für die Minor Groups spenden (Einzelheiten stehen am Ende des Briefes) oder andere Spenden tätigen, um allen Ländern in Südasien, Indien und Somalia etc. zu helfen, Spenden werden mit großem Dank von den Menschen entgegen genommen. Es sind fast immer noch 1.000.000 Menschen heimatlos, traumatisiert, verletzt, hungrig und durstig.

Danke an die Hunderte von Freiwilligen aus so vielen Ländern, welche in den vom Tsunami betroffenen Gebieten geholfen haben Häuser und Geschäfte wieder aufzubauen, ärztliche Hilfe brachten und zeigten, wie nahe es allen ging.

Mit der Zeit vergisst die Welt die Unglücke, ähnlich der Überschwemmung und Erdrutschen in Südamerika, den Erdbeben kürzlich im Iran, aber diese zeigen uns, wie glücklich wir sind und wie viele Menschen täglich unsere Hilfe brauchen.

Ich werde es nie vergessen. Danke Euch allen. Ein gewohnter Brief kommt in einigen Wochen, aber dies war so wichtig. Ich denke, Ihr werdet verstehen. Ich hoffe es.

Alles Liebe Nathalie und Roger

Übersetzung durch Silvia Reisinger. Vielen Dank!

© copyright 2004, Tembo Productions North America, Inc. All rights reserved

 
     
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