Für die Fans „alles Roger“
 
     
 

Funke springt beim Whittaker-Konzert über... von Stefan Zopf.

Roger Whittaker „The last farewell“, zu Deutsch: der letzte Abschied, heißt sein meistverkaufter Hit. Doch Roger Whittaker, der sich im Jahr 2000 eigentlich schon von der Showbühne verabschiedet hatte, braucht den Kontakt zu seinem Publikum und ist zurückgekehrt. So kamen 1200 Fans im Bamberger Forum zu einem Rendezvous mit dem Grandseigneur der leichten Muse. Zwar hatte der 69-Jährige auf seiner Deutschland-Tournee 2005 bereits 21 Konzerte innerhalb von vier Wochen absolviert, doch dies war ihm nicht anzumerken, auch wenn seine Bewegungen etwas staksiger geworden sind: Für ihn und die Fans war „Alles Roger“ – so der Titel, mit dem er in seine zweistündige Show „Mein schönster Traum“ einstieg.

Im ersten Teil des Konzertes bekommen die Fans, neben einem Tribut an Harry Belafonte („Banana Boot Song“) und einer eigenwilligen Interpretation von „Whiskey in the jar“, auch einige neuere Titel von Roger Whittaker zu hören. Zu Herzen geht der Song „So viele tausend Seelen“, den er im Gedenken an die Opfer der Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004 geschrieben hat.

Aber der Star versteht es auch, das Publikum zum Lachen zu bringen, indem er es anleitet, ihm in seiner Kunstfertigkeit des Pfeifens nachzueifern und dazu den Mund mit den Fingern zu formen. Oder indem er die Bongo-Trommel schlägt und diese (angebliche) Botschaft übersetzt: „Das Krokodil hat meine Schwiegermutter verschluckt, es hat sie wieder ausgespuckt.“ Oder: „Meine Frau ist mir davongelaufen. Wer sie findet – kann sie behalten.“

Dass damit nicht seine eigene Frau Natalie gemeint ist, macht Whittaker mit seiner musikalischen Liebeserklärung an sie („. . . und alle Frauen dieser Welt“) deutlich: „Du warst mein schönster Traum“ heißt die deutsche Version von „The last farewell“. Auf der Leinwand hält der Sänger dazu Händchen mit seiner Natalie.

Im zweiten Teil der Show greift er dann tief in seine prall gefüllte Hitkiste: Bei seinen großen Erfolgen, von „Riverlady“ bis „Albany“, springt der Funke endgültig aufs Publikum über, das begeistert mitsingt und mitklatscht. Und als ob die Show noch nicht gut und bunt genug gewürzt gewesen wäre, serviert der Star ohne Allüren bei seiner Zugabe noch „Ein bisschen Aroma“ in einer rockig aufgepeppten Fassung. Weitere Zugaben werden gefordert, doch die Lichter gehen an, und das Publikum muss erkennen: Auch der schönste Traum ist einmal zu Ende – und „Abschied ist ein scharfes Schwert“.

Es wäre ein schöner, unbeschwerter Abend gewesen, wäre nicht nach der Show eine Konzertbesucherin die (unbeleuchtete) Treppe zum unteren Parkplatz hinabgestürzt. Hoffentlich hat sie sich nicht so schwer verletzt, wie es aussah!

 
     
 
© Fränkischer Tag  
 
     
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