Abschied ist ein scharfes Schwert
 
     
 

von Christoph Sator, 21.03.06

ARD widmet dem 70. Geburtstag von Roger Whittaker eine eineinhalbstündige Sendung

London/dpa. Eine 90-Minuten-Show für Roger Whittaker zur besten Sendezeit? Auch wenn der britische Schlagersänger am Mittwoch seinen 70. Geburtstag feiert, ist das für die BBC undenkbar. Oder ein neues Best-of-Album auf Englisch? In der Heimat ist keine Rede davon. In der ARD dagegen gibt es am Tag nach dem Fest um 20.15 Uhr ein eineinhalbstündiges Roger-Whittaker-Special. Parallel dazu kommt eine Doppel-CD («Einfach leben - Dankeschön für all die Jahre») mit den bekanntesten Hits heraus.

Der «Sänger, Liedermacher und Pfeifer» - so das Schlager-Lexikon - gehört zu den internationalen Stars, die gegen Ende der Karriere in Deutschland ihre treuesten Fans haben. Vergleichbar mit Milva, Mireille Matthieu oder Joe Cocker, für deren alte Hits sich zu Hause ebenfalls nur noch wenige begeistern. Bei Whittaker sind dies Titel wie «Albany», «Abschied ist ein scharfes Schwert» oder «The Last Farewell». Mehr als hundert Alben hat der Ex-Lehrer eingesungen, alles in allem 56 Millionen Platten verkauft.

Whittaker weiß um die Unterschiede. «Wenn die Deutschen jemanden mögen, dann bleiben sie ihm treu», sagt der Kuschelbariton, der seit einigen Jahren auf einem Landsitz in Irland lebt. In Großbritannien tut er sich schwerer. «Die Briten sind verwöhnt. Aber wenn man ein britisches Publikum unterhalten kann, dann kann man alle unterhalten.»

Der Schlagerstar mit Hochschulabschluss in Zoologie, Biochemie und Meeresbiologie kann dabei auf fast ein halbes Jahrhundert Bühnen- Erfahrung zurückblicken. Die ersten Auftritte hatte Whittaker 1958 im «Equator Club» in Nairobi. In Kenias Hauptstadt ist der Sohn eines englischen Auswandererpaars auch geboren. In Großbritannien hatte er dann gegen Ende der 60er Jahre mit «Durham Town» seinen ersten Hit. Weitere Erfolge waren «Indian Lady» und «Mexican Lady».

Die Idee, es mit deutschen Texten zu versuchen, kam erst gegen Ende der 70er Jahre. 1979 erschien «Mein deutsches Album» - ohne dass Whittaker ein einziges Wort Deutsch konnte. Anfangs musste ihm phonetisch genau aufgeschrieben werden, wie er was auszusprechen hat. Das ging nicht immer gut. Whittaker erinnert sich bis heute daran, wie er des öfteren die «Zärtlichkeit» zur «Tödlichkeit» machte.

Der Karriere tat dies keinen Abbruch. 25 Alben hat er bis heute in Deutschland veröffentlicht. In der ZDF-Hitparade gehörte Whittaker - damals schon ein älterer Herr - zu den Dauergästen. Auf dem Höhepunkt der Popularität machte er sogar Kaffee-Werbung. Seit einer Weile ist es um ihn stiller geworden. Aber eben hat er sein erstes Musical («Gedi») geschrieben, und 2007 soll es, nach der längst erfolgten offiziellen «Abschiedstour», nochmals eine Tournee geben.

Den Geburtstag will der Vater von fünf Kindern zusammen mit Ehefrau Natalie O'Brien im Kreis der Familie feiern. Die Wünsche? «Gesundheit und noch einige glückliche Jahre. Auf die Geschenke kommt es nicht an.» Wobei: Einen iPod hat der Schlager-Altstar schon. Die Musik darauf kommt von jüngeren Kollegen wie Dido oder aus dem Christoph-Columbus-Film «1492». Eigene Titel sind auf dem iPod keine. «Ich bin ihrer ein wenig müde geworden», gibt Whittaker zu.

 
     
 
Mitteldeutsche Zeitung / 21.03.06  
 
     
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