Am meisten zählt ein guter Freund
 
     
 

Von Walter Fischer

Roger Whittaker ist ein leuchtender Stern am Himmel des Schlagers. Und der ist blau mit ganz wenigen weißen Wolken, üblicherweise scheint die Sonne. Diese Schablone bildet den Hintergrund für einen großen Teil des Repertoires der Schlagerwelt, in der sich Roger Whittaker seit 40 Jahren erfolgreich bewegt. Nach seiner „Abschieds-Tournee“ vor sechs Jahren folgte 2003 die „Comeback-Tournee“, derzeit ist der Sänger mit seiner „Dankeschön-Tournee“ unterwegs.

Im blauen Gehrock, gelbem Hemd und schwarzer Smoking-Hose betritt Whittaker die Bühne und eröffnet das Konzert mit dem programmatischen Titel „Dankeschön“. Der gediegene Dreiviertel-Takt lädt ein zum Schunkeln, doch dem Publikum ist das noch zu früh. „Was macht die Liebe?“ fragt Whittaker dann in dem Song „Alles Roger“, er singt ein Lied über sein Geburtsland Kenia und demonstriert auch sein Talent als Kunstpfeifer. Man hat Whittaker einen „Kuschelbariton“ genannt, um damit den Inhalt seiner Lieder und seine Stimme auf einen Punkt zu bringen. Im Konzert fehlt es der Stimme indes häufig an Deutlichkeit. Denn tief unten im Dunkel der Bässe sind die Texte häufig nur schwer zu verstehen. Was weiter nicht schlimm ist, denn mit Whittakers Texten verhält es sich so wie mit denen seiner Kolleginnen und Kollegen aus der Schlagerbranche: Wahrheiten und Erkenntnisse werden in simple Reime gepfercht und mit großem Pathos vorgetragen.

Niemand bestreitet, dass Freundschaft ein hohes Gut ist, was nicht zuletzt Friedrich Schiller erkannt und in der Ballade „Die Bürgschaft“ in eine literarische Form gegossen hat. Auch Roger Whittaker besingt in „Du – Du bist nicht allein“ das Hohelied der Freundschaft und bringt Schiller mit den Worten auf den Punkt: „Viel mehr als Geld und gute Worte zählt auf der Welt ein Freund“. In der zweiten Konzerthälfte zeigt Whittaker deutlich mehr Entertainer-Qualitäten und bietet seinen Fans viele Hits „die Sie kennen und lieben“. Zum Abschluss abermals der Auftakttitel „Dankeschön“ – im Dreiviertel-Takt. Das begeisterte Publikum ist jetzt in Schunkellaune.

 
     
 
Frankfurter Neue Presse (online)  
 
     
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