Ein "Dankeschön" von Roger Whittaker
 
     
 
Roger Whittaker in der Dortmunder Westfalenhalle

WR, 04.02.2009, Volker Stephan

Dortmund. Die Sitzreihen sind bei Konzerten von Roger Whittaker zwar nicht mehr so dicht besetzt wie vor ein paar Jahren. Gut gefüllt ist die Dortmunder Westfalenhalle am Dienstag dennoch. Und der Auftritt des Sängers ein Erlebnis.

Wie würde Horst Köhler wohl gucken, wenn er im Mai mit 94 Prozent der Stimmen erneut zum Bundespräsidenten gewählt würde? Überrascht und stolz vermutlich. Und damit so ein bisschen wie Roger Whittaker, wenn er dieser Tage vors Publikum tritt. Der Schlagerbarde bedankt sich gleich zu Anfang artig beim Fanvolk für Zustimmungsraten, von denen Politiker nur träumen können: Seine Tour 2007 war zu 94 Prozent ausgebucht.

Roger Whittaker in der Dortmunder Westfalenhalle

Zwei Jahre später, an diesem Dienstag in der Westfalenhalle 3, reicht der Brite mit kenianischen Wurzeln nicht mehr ganz an diese Traumwerte heran. Mehr Sitzreihen als üblich bleiben leer, in einer dennoch sehr gut gefüllten Halle. Das Geld mag heute nicht mehr so locker sitzen, bei Kartenpreisen von 35 Euro aufwärts. Umso lieber werden es die, die gekommen sind, hören mögen, wenn der Sänger sein Lied "Dankeschön" ins Publikum schmettert. Darin verneigt sich der fast 73-Jährige symbolisch vor jenen, die ihm ein traumhaftes Künstlerleben treu mitfinanzierten, mit der Textzeile: "Wo wär ich ohne Euch?"

Treues Publikum
Treue ist ein schönes Thema. Auch für den inzwischen in Irland lebenden Whittaker, der kokett sein privates Glück offenbart. 45 Jahre ist er in diesem Jahr verheiratet, "mit derselben Frau". Solch ein Bündnis gelingt nur denjenigen, die auch über Unzulänglichkeiten hinwegsehen können. Das kann das treue Publikum auch. Es verzeiht am Dienstag großzügig, dass die Stimmgewalt des Brummbären wiederholt hinter der Klangkulisse von Band und Begleitsängerinnen verschwindet. "Zu laut" findet auch Barbara Schaaf aus Hattingen die Musik, die Abstimmung sei vor zwei Jahren in Haßlinghausen noch besser gewesen.

So sind es die stillen Stücke, die erahnen lassen, warum Whittaker 30 Jahre nach seiner ersten deutschsprachigen Schallplatte und nach weltweit 50 Millionen verkauften Alben noch immer gemocht wird. Mit "Dafür lieb ich dich" von der aktuellen CD "Liebe endet nie" (SonyBMG) kommt er nach der Pause zurück, einfühlsam und gut verständlich. Es ist die zweite Hälfte des Konzerts, die das Publikum richtig mitklatschen und -singen lässt. Jetzt erfüllt Whittaker die Sehnsucht der Wartenden nach den großen Liebesliedern, die selbst die Sehnsucht nach Heimat, Glück und Liebe thematisieren. Jetzt kommen Hits wie "Albany", "Eloisa", "Wenn es dich noch gibt".

Billy Idol kann da nicht mithalten
Klassiker, mit denen Dirk Hofstra groß geworden ist. Er ist extra vom Niederrhein für dieses Konzert angereist, erlebt Whittaker zum ersten Mal live und ist trotz seiner vergleichsweise jungen 38 Jahre schon so großzügig wie die Elterngeneration um ihn herum: "Ich habe im vergangenen Jahr Billy Idol in Düsseldorf gesehen. Der kann stimmlich gegen Roger Whittaker nicht mithalten." Hofstra würde wiederkommen, auch zur Tournee anlässlich Whittakers 100. Geburtstag. Über eine solche Jubiläumstour scherzt der Brite auf der DVD, die der aktuellen CD beigefügt ist. Und seien die Stimmbänder noch so überdehnt, knapp 80 Prozent "Zustimmung" würde Whittaker wohl selbst dann noch ernten.

Nächste Auftritte in der Umgebung:
* 20. März Bochum, Ruhrcongress
* 21. März Köln, LANXess Arena

Alle Termine im unter rogerwhittaker.de

[Quelle: derwesten.de]
 
     
 
Der Westen  
 
     
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