Schmusesänger von Format
 
     
  Roger Whittaker tourt mit erstklassiger Band durch Deutschland und begeistert 2500 Fans in Neubrandenburg

Neubrandenburg. "Wunderbar geborgen" heißt Roger Whittakers neuste CD, die in diesem Herbst erschien. Und genauso konnte sich auch der Sänger am Sonntagabend im Neubrandenburger Jahnsportforum fühlen, wo er vor einem begeisterten Publikum ein von unserer Zeitung präsentiertes Konzert gab (wir berichteten). Die Wogen der Sympathie schlugen dem schon seit Jahren als "Grandseigneur der leichten Muse" geltenden Briten sofort entgegen, kaum dass er die Bühne betreten hatte. Über 2500 Besucher im Parkett und auf den Rängen füllten das weite Rund der Halle. Wenn sich da die Hände zum rhythmischen Klatschen regen, hört sich das schon gut an und kann den Mann auf dem Podest nicht anders als beflügeln. Doch bis die Fans alle ihre Lieblingshits wie "Albany", "Wenn es dich noch gibt", "Leben mit dir", "Eloise" oder "Abschied ist ein scharfes Schwert" zu hören bekamen, mussten sie sich gedulden. Whittaker trieb erst ein wenig seine Späße und entpuppte sich regelrecht als Clown, der seinen Mund beim Pfeifen formen kann wie einen "Affenpopo" (O-Ton Whittaker) und auch sein Publikum dazu zu animieren verstand, zu pfeifen und in lautstarke Kommunikation mit ihm zu treten - was unter allgemein fröhlichem Lachen und Klatschen vonstatten ging. Zudem präsentierte er noch weitgehend neue Lieder seines Albums, wovon der darauf enthaltene Song "Wer niemals Abschied nahm" besonders gut ankam. Whittaker bezeichnete denn auch seine Tour als "Abschiedstournee". Doch so recht glauben mochte das wohl niemand. Zwar wird der Sänger im nächsten Jahr am 22. März 65 und damit offiziell "Pensionär", doch wirkte er viel zu vital, als dass man ihn sich nicht mehr weiterhin im Rampenlicht vorstellen könnte.
52 Auftritte will der Vollblutprofi auf seiner Tournee durch Deutschland und Österreich noch bis zum 21. März 2001 (Abschluss in Wien) absolvieren. Vor ihm öffnen sich dabei selbst die Türen sowohl des ehrwürdigen Leipziger Gewandhauses (morgen) als auch des Berliner Internationalen Congress Centrums (ICC, am Sonnabend).

Solos und Videos
Unterstützt wurde der Musikant, der nicht nur über eine warme, einschmeichelnde Gesangsstimme verfügt, Gitarre spielt und eben als exzellenter Pfeif-Künstler bei seinen Gastspielen immer wieder für Aufsehen sorgt, auch in Neubrandenburg von einer erstklassigen Band mit fünf Instrumentalisten und zwei Sängerinnen.
Das machte denn auch für viele den besonderen Genuss des Abends aus, dass Whittaker nicht einfach seine Lieder "abspulte", wie man es bei anderen Künstlern manchmal erlebt, sondern mit seinen Leuten stets "wie aus einem Guss" wirkte. Jeder Einzelne bekam sein Solo im Programm, was die rund zweieinhalb Stunden ungemein abwechslungsreich gestaltete.

Diesen Eindruck verstärkten auch die Filme, die auf zwei großen Videowänden links und rechts neben der Bühne zur passenden Musik abliefen. So zum Beispiel Impressionen über Whittakers Heimat Kenia, wo er Kindheit und Jugend verbrachte, bis er zum Universitätsstudium nach Südafrika und Wales ging. In London studierte Whittaker Biologie und Zoologie - bestand die Ausbildung mit Auszeichnung. Natur, Tiere, Fotografie, Antiquitäten und das Sammeln von Bernstein nannte der Vater von fünf erwachsenen Kindern unter anderem als seine Freizeitvergnügen. Seine Fans wird’s gewiss traurig stimmen, sollte er sich fortan nur noch diesen Hobbys widmen

 
     
 
Nordkurier 20.11.2000- Marianne Voß  
 
     
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